Wichtig ist zu wissen, dass beim therapeutischen Reiten nicht der Leistungsgedanke im Vordergrund steht. Reitsport für Behinderte sollen nicht lästige Gesundheitsübungen sein, sondern freudvolle Bestätigung und Betätigung.

Den Wert des Reitens macht unter anderem auch aus, die Bewältigung anfänglicher Ängste, immer erneute Selbstüberwindung und beglückende Erfolgserlebnisse. Dies alles sind Impulse, die beim Reiter Hemmungen und Verkrampfungen beseitigen und das Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl steigern. Der Erfolg wirkt sich positiv auf die Lebensfreude und die gesamte Antriebslage aus.

Dass Reiten Spaß macht, bestätigen die ReitteilnehmerInnen und deren Angehörige immer wieder, z.B. Frau F: „Das schönste Geschenk und die größte Freude für meine Tochter ist, wenn sie zum Reiten gehen darf.“

Manch einer wächst beim Reiten über sich hinaus und traut sich plötzlich unvermutete Dinge zu wie z.B. ein jugendlicher Reiter: „Nicht im Traum hätte ich gedacht, dass mein Sohn sich auf ein Pferd setzt und große Freude am Reiten hat, er blüht richtig auf! Ich finde es wirklich beeindruckend, was da geschieht!“, erzählte uns seine Mutter.

Für Leute, die an den Rollstuhl gebunden sind, ist die Perspektive vom Pferderücken ebenso neu wie die Möglichkeit der Nachempfindung zügiger und harmonischer Bewegung. Der oft verkampfte Körper löst sich mehr und mehr , der Gleichgewichtssinn wird beansprucht und geschult.

Die Reiter werden fachkundig unterrichtet und liebevoll betreut vom Reit-Team, bestehend aus Klementine, Margit und Sepp Stettmeier, Regina Heiss, Angela Schörgnhofer und Gertraud Forster, Reitwartin und Ausbilderin im Reiten als Sport für Behinderte. Reiten wird als Ganzes vermittelt und sehr individuell auf die Bedürfnisse und die Tagesverfassung jedes Einzelnen abgestimmt.

Geritten wird in der Halle der Familie Gierlinger. Wenn es das Wetter zuläßt und die Reiter dies wollen, dann wird die Reiteinheit in einen Ausritt umfunktioniert. So können auch unsere Reiter die Natur hoch zu Ross erleben und genießen.